Festung Königstein

Die Festung Königstein bei Bad Schandau ist ein eindrucksvolles Exempel deutscher Festungsbaukunst. In den vergangenen Jahrhunderten fand hier eine Verschmelzung von Baustilen wie der Spätgotik, der Renaissance und des Barock statt. Die erste urkundliche Erwähnung des Königsteins geht auf das Jahr 1241 zurück. Auf dem Felsen existierte eine mittelalterliche Burg, die zum böhmischen Königreich gehörte. Während der Dohninschen Fehde, 1406/08, gelangt die Anlage in den Besitz der Wettiner. Georg der Bärtige gründet 1516 das Kloster des Lobes der Wunder Mariae auf dem Königstein, das bis 1524 besteht. 1563-69 wird der mit 152,5 m tiefste Brunnen in Sachsen ausgehoben. Bis 1594 entstehen u.a. das Torhaus, die Streichwehr, die Alte Kaserne, die Friedrichsburg und das Alte Zeughaus. 1591 wird der erste Gefangene auf den Königstein gebracht. Berühmte Festungsgefangene sind Johann Friedrich Böttger, der Erfinder des europäischen Porzellans und der Sozialdemokrat August Bebel. 1848: Einzige Erstürmung der Festung durch den Schornsteinfegergesellen Sebastian Abratzky. Bis 1922 war der Königstein das gefürchtetste Staatsgefängnis Sachsens. Nach dem für Sachsen verlorenen Preußisch-Österreichischen Krieg erhält der Königstein 1866 eine preußische Besatzung. 1870/71: Während des Deutsch-Französischen Krieges Nutzung als Kriegsgefangenenlager. 1914-18: Kriegsgefangenenlager für russische und französische Soldaten. 1939-45: Kriegsgefangenenlager zunächst für polnische und später für französische Generale und Offiziere. Die Besatzung ergibt sich 1945 kampflos der Roten Armee, die auf dem Königstein ein Lazarett einrichtet. 1949-55: Der Königstein dient als Jugendwerkhof. Die 9,5 ha große Festungsanlage wird ab 1955 militärhistorisches Freilichtmuseum.      



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