Schloss Weesenstein

Das Schloss Weesenstein wurde vermutlich um 1200 als Burg gegründet und 1318 erstmals urkundlich erwähnt. Es erhebt auf einem Felssporn hoch über der Müglitz, die sich durch den kleinen Ort Weesenstein schlängelt. Oft wird das Schloss als "Perle des Müglitztales" bezeichnet. Die gesamte Schlossanlage birgt verschiedene Baustile in sich, die im Laufe der sieben Jahrhunderte miteinander vermischt wurden. Vertreten sind Gotik, Renaissance, Klassizismus und ländlicher Barock. Der Bau zieht sich über 8 Stockwerke, dem Felsaufbau entsprechend. Teilweise wurden sie sogar in den Fels gehauen, so daß Schloss und Felsmassiv regelrecht miteinander verschmolzen scheinen. Damit läßt sich auch erklären, daß man die Ställe im dritten, die Keller im fünften und die Kirche im sechsten Stockwerk findet. Am Fuß des Felsens liegt der jüngste Teil des Schlossensembles. Es ist ein barocker Gartenflügel, welcher um 1740 errichtet wurde. Von diesem Flügel aus gelangt man in den Schlossgarten, 1781 als französischer Park angelegt. Das als Burg erbaute Weesenstein war im 12. Jahrhundert im Besitz der Burggrafen von Dohna. 1402 kam die Burg in Folge der Dohninschen Fehde in den Besitz des Meißner Markgrafen. Im Jahre 1406 belehnt Markgraf Wilhelm I. einen seiner Heerführer, Günther v. Bünau, mit Weesenstein. Die Bünaus bauten die Weesensteiner Anlage zum Wohnschloss aus. Im Dreißigjährigen Krieg belagerten schwedische Truppen das Schloss und hinterließen Spuren der Verwüstung. Nachdem die Bünaus das Schloss 366 Jahre in ihrem Besitz hatten, ging es 1772 an Freifrau von Uckermann. Es entstand ein klassizistischer Wintergarten und die Innenarchitektur wurde verändert. 1830 ging Weesenstein in den Besitz der Wettiner und wurde somit "Königliches Schloss". König Anton von Sachsen kaufte das Schloss, das zu einem beliebten Aufenthaltsort der sächsischen Könige wurde. Nach Ende der Monarchie gelangte das Schloss in bürgerlichen Besitz. Der Großindustrielle Bauer kaufte das Schloss 1918/19 und vererbte es an seine Tochter. In den Jahren 1933/34 erwarb der Landesverein "Sächsischer Heimatschutz" die Weesensteiner Schlossanlage und es entstand ein Museum. In der Zeit des zweiten Weltkrieges war das Schloss vor allem Auslagerungsort für Teile der Dresdner Kunstsammlungen. 1952 wurde das Museum wieder für die Öffentlichkeit nutzbar. 1957 wird die Schlossanlage an die Gemeinde Weesenstein übergeben. 1992 übernahm der Freistaat Sachsen die Gesamtverwaltung über Schloss und Park. Im Schloss befindet sich auch eine (von 1510 wieder ins Leben gerufene) Brauerei, die für Bierliebhaber allein schon einen Besuch wert sein sollte. Die Flut der Müglitz hat im August 2002 das Örtchen Weesenstein schwer zerstört, auch der Schlossgarten war arg verwüstet. Mittlerweile sind fast alle Schäden behoben.      



Home
      Inhalt       Atlas       Textsuche       Kontakt